Alpenveilchen, zeitlose Klassiker für drinnen und draußen

Manche Pflanzen begleiten uns über Jahre hinweg – das Alpenveilchen gehört dazu. Mit seinen filigranen Blüten und der großen Farbvielfalt bringt es vor allem in der kühlen Jahreszeit Leben ins Haus. Je nach Art fühlt es sich aber nicht nur drinnen wohl, sondern auch auf Balkon, Terrasse oder im Garten.

Herkunft und Besonderheiten

Das als Zimmerpflanze bekannte Alpenveilchen, Cyclamen persicum, stammt ursprünglich aus Kleinasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Der deutsche Name geht auf verwandte Arten zurück, die in alpinen Regionen Europas vorkommen und deren Blütenform an Veilchen erinnert.

Alpenveilchen - Einpflanzen in ein Gefäß

Alpenveilchen im Topf – Pflege und Blüte

Am bekanntesten ist das Alpenveilchen als Topfpflanze für den Innenbereich. Dort blüht es vom Herbst bis ins Frühjahr in vielen Farben. Nach der Blütezeit im Frühjahr zieht sich die Pflanze zurück. Die Blätter vergilben, das Gießen wird eingestellt und die Knolle an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt. Im Spätsommer treibt das Alpenveilchen häufig erneut aus. Dann ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen: Alte Erde entfernen, frisches Substrat verwenden und vorsichtig wieder mit dem Gießen beginnen.
Alpenveilchen reagieren empfindlich auf Staunässe und werden daher immer von unten gegossen, indem Wasser in den Untersetzer gegeben wird. Überschüssiges Wasser sollte nach kurzer Zeit entfernt werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad. Warme Wohnräume oder feuchte Badezimmer sind ungeeignet.

Alpenveilchen vermehren

Die Vermehrung des Alpenveilchens erfolgt über die Knolle und lässt sich mit etwas Fingerspitzengefühl gut umsetzen. Sie wird vorsichtig geteilt, wobei jedes Teilstück mindestens eine Triebknospe besitzen muss. Damit die Schnittstellen nicht faulen, werden sie mit Schwefelpulver bestreut. Anschließend setzt man die Knollenteile in frische Erde und gießt zunächst nur sparsam.

Alpenveilchen im Garten – saisonal und dauerhaft

Viele Alpenveilchen werden als Zimmerpflanzen kultiviert und sind nicht winterhart. Sie eignen sich im Außenbereich daher vor allem für die warme Jahreszeit und werden gern auf Balkon, Terrasse oder zur saisonalen Bepflanzung eingesetzt. Kleinblumige Sorten sind dabei besonders robust: Sie vertragen Wind und Regen und kommen auch mit leichtem Frost zurecht, sollten im Winter jedoch geschützt stehen und keinen Temperaturen unter –5 °C ausgesetzt werden.
Daneben gibt es Alpenveilchen, die ganzjährig im Garten verbleiben können. Diese bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit durchlässigem Boden. Wunderbar ergänzen sich dabei das Vorfrühlings-Alpenveilchen, Cyclamen coum, das Sommer-Alpenveilchen, Cyclamen purpurascens, und das Herbst-Alpenveilchen, Cyclamen hederifolium. Sie blühen zu unterschiedlichen Zeiten und sorgen so über viele Monate hinweg für Farbe im Beet.

Saisonal draußen

Auch wenn das Alpenveilchen ( Cyclamen persicum ) bisher eigentlich ausschließlich als Zimmerpflanze verwendet wurde – vor allem deshalb, weil es nicht winterhart ist – erobert es immer mehr Balkone, Gärten und auch Gräber. Insbesondere die kleinblumigen Sorten bieten sich für den Außenbereich an, denn sie verkraften die ersten Herbststürme und auch so manch heftigen Regenguss. Um ein Faulwerden der Pflanze zu vermeiden, werden die verblühten Blüten an den Stielen regelmäßig mit einem kräftigen Ruck ausgezupft. So manchen Sorten macht selbst leichter Frost nichts aus. Jedoch sollte das Alpenveilchen immer an einem geschützten Ort überwintert werden und keinen Temperaturen unter -5 °C ausgesetzt werden.

Ausdauernd in der Vase

Alpenveilchen machen nicht nur als Zimmer- und Freilandpflanzen eine gute Figur. Manche Sorten eignen sich auch gut als Schnittblumen. Sind die Bedingungen optimal, können sie rund zwei bis vier Wochen in der Vase halten, dazu sollten die Enden der Blütenstiele eingeritzt werden.

Ganzjährig im Garten

Tatsächlich gibt es auch Alpenveilchen, die dauerhaft im Staudenbeet überleben können. Sortenspezifische Blütezeiten sorgen dabei für ein langanhaltendes Blütenmeer. Wunderbar ergänzen sich das Vorfrühlings-Alpenveilchen ( Cyclamen coum ), das Sommer-Alpenveilchen ( Cyclamen purpurascens ) und das Herbst-Alpenveilchen ( Cyclamen hederifolium ). Sie alle gehören zu den winterharten Arten der Cyclamen und können daher gut dauerhaft im Garten verbleiben. Ideal wäre für sie ein sonniger bis halbschattiger Standort.
Die Knollen des Vorfrühlings-Alpenveilchens werden im Herbst angeboten. Diese können dann etwa drei bis vier Zentimeter tief in durchlässige Erde gepflanzt werden. Schon bald darauf kommen die herzförmigen Blätter zum Vorschein.
Zu den Duftpflanzen zählen die Sommer-Alpenveilchen ( Cyclamen purpurascens ). Als Europäische Alpenveilchen gehören sie zwar zu den heimischen Sorten, sind aber nicht weit verbreitet. Ihre Blüten duften nach Veilchen und Vanille und variieren farblich von hellem Rosa bis zu intensivem Karminrot.

Alpenveilchen richtig pflegen

Alpenveilchen sind sehr schöne und einfach zu haltende Pflanzen, die im Winter Farbe in die Wohnung bringen. Allerdings sollte man zwei grundlegende Dinge beachten. Um sich lange an den Pflanzen zu erfreuen, sollten Sie einen kühlen und hellen Platz aussuchen. Das Alpenveilchen liebt Temperaturen um 15° C. In der warmen Wohnstube ist es also eher schlecht aufgehoben, genauso wie im feuchten Badezimmer. Der zweite wichtige Punkt ist, immer von unten zu gießen. Ansonsten fängt das Alpenveilchen schnell an zu faulen. Bist du noch wenig erfahren mit Pflanzen, wähle am besten einen Untersetzer und keinen Übertopf, um zu vermeiden, dass viel Wasser unten im Topf steht und es trotzdem zu Fäulnis kommt.

Genau diese Vielseitigkeit macht Alpenveilchen zu zeitlosen Begleitern – drinnen wie draußen.

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